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02. März 2026

Feiertagsdebatte verkennt wirtschaftliche Realität

Die wiederkehrende Diskussion um zusätzliche Feiertage hat zwei blinde Flecken: Sie blendet die konkreten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen aus. Und sie verkennt, dass Gedenken nicht an gesetzliche Feiertage innerhalb der Arbeitswoche gebunden ist. Die Auseinandersetzung mit historischen oder gesellschaftlichen Themen kann ebenso an Sonntagen oder in anderen Formaten stattfinden.

Im Kern geht es um Wertschöpfung und Wohlstand, die mithilfe der Beschäftigten in Unternehmen erarbeitet werden müssen. Laut IW Köln lag der gesamtwirtschaftliche Effekt für Deutschland eines Arbeitstages bei bis zu 8,6 Milliarden Euro pro Jahr. Für Niedersachsen entspricht das einem geschätzten Verlust von rund einer Milliarde Euro jährlich. In einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage mag die absolute Zahl schwanken – ihre Wirkung bleibt erheblich.

Das zeigt sich in konkreten betrieblichen Auswirkungen: Feiertage, gern auch aufeinanderfolgende wie etwa Reformationstag in Niedersachsen und Allerheiligen in Nordrhein-Westfalen, führen zu Produktions- und Fahrverboten. Trotz Ausnahmen entstehen Verzögerungen, zusätzliche Kosten, geringere Planbarkeit und verschobene Abläufe mit messbaren Effekten. In Verwaltung und öffentlicher Daseinsvorsorge verzögern sich Verfahren, Genehmigungen und Dienstleistungen.

In Niedersachsen stehen 2026 bei einer Fünf-Tage-Woche 254 Arbeitstage zur Verfügung. Nach Abzug von durchschnittlich 30 Urlaubstagen bleibt bereits heute ein ausreichender Anteil des Jahres für Erholung. Damit unser Lebensstandard gesichert und wieder gesteigert werden kann, braucht es klare politische Prioritäten: mehr Beschäftigung, mehr Wertschöpfung und verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen.