Der Januar-Bericht der Bundesagentur für Arbeit zeigt den höchsten Stand der bundesweiten Arbeitslosigkeit seit zwölf Jahren. Saisonale Effekte spielen eine Rolle, der Anstieg fällt jedoch stärker aus als üblich. Gleichzeitig zeigt sich ein Paradox: hohe Arbeitslosigkeit trifft auf anhaltenden Fachkräftemangel und geringe Dynamik im privaten Sektor. Das macht deutlich, dass es nicht nur um konjunkturelle, sondern vor allem um strukturelle Herausforderungen geht.
Über drei Millionen Arbeitslose dürfen kein Normalzustand werden. Es braucht eine klare wirtschaftspolitische Agenda, um Beschäftigung wieder zu ermöglichen. Dazu gehören spürbare Entlastungen bei Steuern und Abgaben, weniger Bürokratie, mehr Investitionsfreiheit sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen. Ebenso notwendig ist eine Arbeitsmarktpolitik mit klarem Fokus auf die Vermittlung in Beschäftigung.
In Niedersachsen wird darauf vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, NiedersachsenMetall und der Bundesagentur für Arbeit mit dem Job-to-Job-Netzwerk „Arbeit bewegen!“ reagiert. Das Projekt vernetzt suchende und abgebende Unternehmen und ermöglicht so den direkten Übergang von Arbeit in Arbeit. Damit bleiben Erfahrung, Know-how und industrielle Kompetenz im Land erhalten. Das Projekt startete in der Modellregion Hildesheim und soll schrittweise ausgeweitet werden.

