Ein vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium sowie Umweltministerium beauftragtes Gutachten zur Versorgungslage von Gips in Niedersachsen hat den Handlungsdruck bei der Rohstoffsicherung bestätigt. Danach sind ausgewiesene Rohstoffsicherungsflächen vielfach nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Gleichzeitig können weder Recycling noch Ersatzstoffe die entstehende Lücke vollständig schließen. Mit dem Kohleausstieg wird die Verfügbarkeit von REA-Gips weiter sinken.
Für die Wirtschaft ist klar: Wer Wohnungsbau, Sanierung und industrielle Wertschöpfung will, muss auch die heimische Naturgipsgewinnung sichern. Die UVN forderten deshalb, die Ergebnisse des Gutachtens zügig und verbindlich in Landesraumordnung, Regionalplanung und Genehmigungspraxis zu überführen.
Rohstoffsicherung, Klimaschutz und Naturschutz sind kein Widerspruch. Ein konsequenter Ausbau des Gipsrecyclings bleibt wichtig, kann die Versorgungslücke jedoch nicht allein schließen. Entscheidend ist eine pragmatische Strategie, die Recycling und heimischen Naturgips gemeinsam denkt und damit Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Transformation ermöglicht.

